Daily Paragraph - Einmal täglich im Recht

Schmerzensgeld für Mobbingopfer

Ehrverletzungen lassen sich nicht nach Stundenlohn entschädigen. Deshalb kommt es in Mobbing-Fällen auch nicht auf das Gehalt des Opfers an, wenn das Arbeitsgericht die Schmerzensgeldhöhe bestimmt. Für die Entschädigungshöhe ist vielmehr der Verschuldensgrad des Täters maßgeblich sowie die Dauer, Art und Intensität der Schikanen. Das Arbeitsgericht Dresden hielt in einem schweren Fall von Mobbing eine Wiedergutmachung von 25.000 Euro für gerechtfertigt (5 Ca 5954/02).

Bei Mobbing müssen oft die Unternehmen für die Sünden der Übeltäter büßen. Der Grund: Arbeitgeber sind kraft Arbeitsrecht zur Fürsorge für ihre Mitarbeiter verpflichtet. Diese Pflicht bezieht sich unter anderem auf das allgemeine Persönlichkeitsrecht, wozu das Bundesarbeitsgericht ausdrücklich den so genannten Ehrenschutz zählt. Gemeint ist damit der Schutz vor der „Herabwürdigung und Missachtung durch andere“. Konkret heißt das: Das Opfer muss beim Mobbing nicht erst krank werden, um Schmerzensgeld verlangen zu dürfen. Für den Anspruch auf Wiedergutmachung reichen auch fortgesetzte Beleidigungen und Belästigungen durch Kollegen.

Lesen Sie auch diese Artikel

Recht auf Arbeitsverweigerung

Beim Mobbing müssen sich die Opfer nicht alles gefallen lassen. Wer am Arbeitsplatz vom Chef oder einem Kollegen schikaniert wird, kann sich den Anfeindungen auch dadurch entziehen, dass er nicht ...

Wie sich Opfer gegen Mobbing wehren

Wie Sie sich gegen Mobbing am Arbeitsplatz mit juristischen Mitteln wehren können: Ihre Rechte und Chancen vor dem Arbeitsgericht. ...

Alte Schikanen zählen mit

Opfer von Mobbing können sogar ihre Arbeitgeber verklagen, wenn diese die Rädelsführer nicht stoppen. Doch Vorsicht: Solche Schmerzensgeldklage scheitern, wenn die Schikanen schon verjährt sind. Das passiert aufgrund der Tarifverträge ...

ImpressumDatenschutzRSSAtom • Design: KOMMposition, PR-Agentur in Berlin