Hochkonjunktur für Arbeitsrecht

In der Wirtschaftskrise haben Rechtsanwälte für Arbeitsrecht Hochkonjunktur. Der Grund: „Immer mehr Unternehmen prüfen mit Hilfe von Rechtsanwälten, wie sie die Rezession meistern können“, berichtet Dirk Schreiner, Rechtsanwalt für Arbeitsrecht aus Attendorn im Sauerland. Für die Arbeitnehmer heißt das: Sie müssen sich auf Kurzarbeit, Lohnkürzung und eine neue Kündigungswelle einstellen. Diese wird den Markt im Herbst 2009 erreichen.

Die Auftragslage der Arbeitsrechtler zieht seit Oktober 2008 deutlich an. „Wir haben rund 30 Prozent mehr Arbeit als in der ersten Jahreshälfte“, sagt Kanzleichef Schreiner. Die Anwaltskanzlei Dr. Schreiner + Partner berät ausschließlich Arbeitgeber. Sie gehört mit 15 Rechtsanwälten an sieben Standorten zu den bundesweit beratenden Spezialkanzleien für Arbeitsrecht. Vor allem produzierende Unternehmen wie Automobilzulieferer, Chemie- oder Metallindustrie rüsten sich aktuell mit der Hilfe von Juristen für den wirtschaftlichen Abschwung. „Viele Arbeitgeber fühlen sich unter Zeitdruck und wollen unbedingt noch in diesem Jahr etwas machen, um die Personalkosten zu reduzieren“, so Schreiner.

Krisenbewältigung mit allen Mitteln

Dabei lässt die Krisenbewältigung der Unternehmen nichts aus, was das Arbeitsrecht hergibt. (Weitere Details lesen Sie in: „Werkzeugkasten für Arbeitgeber„).

Zu den kurzfristig wirkenden Maßnahmen gehört zum Beispiel die Kürzung von freiwilligen Leistungen wie Weihnachtsgeld oder Boni. „Darüber denken alle Arbeitsgeber nach“, sagt Rechtsanwalt Schreiner aus Attendorn.

Selbst die Arbeitsgeberverbände müssen sich auf einen Aderlass einstellen. „Viele Unternehmen planen, kurzfristig aus ihrem Arbeitgeberverband auszutreten, damit Sie die nächste Tarifrunde nicht erwischt“, erklärt Rechtsanwalt Schreiner. Dahinter steckt die Befürchtung, „dass sich die nächsten Tarifverhandlungen nur an der Vergangenheit orientieren und die Unternehmen in der Krise unverhältnismäßig hoch belasten.“

Aber es geht in den Unternehmen auch um Personalabbau. Geplant sind vor allem betriebsbedingte Kündigungen im Zuge von Umstrukturierungen. Wenn Unternehmen schlankere Strukturen schaffen, etwa Betriebsteile zusammenlegen oder Hierarchieebenen streichen, hat das auch arbeitsrechtlich Vorteile. „Betriebsbedingte Kündigungen lassen sich im Zuge von gestaltenden Unternehmerentscheidungen leichter durchsetzen“ erklärt Rechtsanwalt Schreiner. In der Krise rückt auch die krankheitsbedingte Kündigung wieder stärker ins Blickfeld. „Die Unternehmen haben ihren Krankenstand in den letzten Jahren stark vernachlässigt“, sagt Schreiner, „jetzt kommt dieses Potential auf den Prüfstand.“

Frühwarnsystem für den Arbeitsmarkt

Der Nachfrageanstieg bei Arbeitsrechtlern ist ein Frühwarnsystem für den Arbeitsmarkt. Die Logik: Zuerst kommt die Beratung, dann folgen die Entlassungen. Für Arbeitnehmer heißt das wiederum, dass sie sich auf Kurzarbeit, Lohnkürzung und eine neue Kündigungswelle einstellen müssen.

Bis die Kündigungen am Arbeitsmarkt durchschlagen, kann es noch etwas dauern. „In spätestens neun Monaten wissen wir mehr“ sagt Schreiner. Bis dahin müssen sich die Unternehmen mit den Betriebsräten abstimmen, anschließend sorgt die Kündigungsfrist für Verzögerung.

Nach der Karenzzeit wird sich zeigen, wie zutreffend die jüngste Prognose des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage war. Die Wissenschaftler prognostizieren in ihrem Gutachten nur einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit von 3,27 Millionen auf 3,3 Millionen Arbeitslose. Schreiner ist skeptisch. Was er und seine Kollegen als Rechtsanwälte für Arbeitsrecht aktuell von Arbeitgebern aus erster Hand erfahren, lässt schlimmeres befürchten. „Die Spannbreite reicht von Unternehmen, die sich bei der Entlassung auf besonders gut bezahlte Arbeitskräfte konzentrieren, bis hin zu Mittelständlern, die ihren Personalbestand um 10 bis 15 Prozent abbauen wollen.“

Die Reaktion der Arbeitgeber auf die Wirtschaftskrise fällt laut Schreiner besonders heftig aus. „Im Vergleich zu früheren Rezessionen herrscht diesmal regelrecht Panik“, so der Rechtsanwalt aus dem Sauerland.

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Über Dr. Schreiner + Partner 4 Artikel
▶ Die Kanzlei Dr. Schreiner + Partner bezieht Position: Die elf Arbeitsrechtler setzen sich ausschließlich für Arbeitgeber ein. Dabei bietet die Kanzlei das ganze Spektrum an Rechtsberatung und Rechtsbeistand im kollektiven Arbeitsrecht und im Individualarbeitsrecht an. ▶ Arbeitsrecht ist kein Kinderspielplatz. Um sich in diesem Rechtsgebiet durchzusetzen, brauchen Unternehmen einen juristischen Partner, der die Klaviatur seines Fachs beherrscht. Dazu gehören neben dem juristischen Handwerkszeug auch Verhandlungsgeschick, Durchsetzungsvermögen und Belastbarkeit. Kanzleichef Dirk Schreiner sieht das gelassen bis selbsbewusst: "Das Recht des Stärkeren liegt in der Natur einer jeden Sache." ▶ Die Kanzlei Dr. Schreiner + Partner hilft ihren Mandanten nicht nur, sich in Konflikten und Verhandlungen gegenüber dem Betriebsrat oder Arbeitnehmer zu behaupten. Die Rechstberatung von Arbeitgebern setzt vielmehr schon vor einem möglichen Konflikt an. "Wir helfen Arbeitgebern, die arbeitsrechtlichen Stolpersteine in ihrem Unternehmen frühzeitig aus dem Weg zu räumen", sagt Anwalt Schreiner. ▶ Spezialisierung: Arbeitsrecht für Arbeitgeber Mandanten: Arbeitgeber aller Branchen und Größen angefangen bei mittelständischen Familienunternehmen bis zu international agierenden Industriekonzernen. ▶ Seminare: Die Rechtsanwälte der Kanzlei Dr. Schreiner + Partner engagieren sich als Referenten in praxisnahen Seminaren für die Interessen der Arbeitgeber. "Schreiner Praxisseminare" gehört mit jährlich rund 450 Seminaren zum Arbeitsrecht zu den führenden Anbietern von Praxisseminaren für Arbeitgeber. ▶ Erfahrung: Die Kanzlei Dr. Schreiner + Partner wurde 1993 gegründet und kann so auf eine langjährige erfolgreiche Arbeit verweisen. Standort: Attendorn, Hamburg, Köln, München, Dresden

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